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Schrott entsorgen: Was Metallschrott 2026 wirklich bringt

Stahl 120–230 €/t, Alu 1,40–1,60 €/kg, Kupfer über 10 €/kg: Erlöse für Metallschrott im Oktober 2026, mit Rechenbeispielen und Hinweisen für Betriebe.

Von Redaktion 7 Min. Lesezeit

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Großer Haufen aus gemischtem Metallschrott mit Rohren, Drähten und Blechteilen unter blauem Himmel.
Foto: Alexas_Fotos / Pixabay, Pixabay-Inhaltslizenz

Wer Schrott entsorgt, bekommt im Oktober 2026 für Eisen und Stahl beim Händler grob 120 bis 230 € je Tonne, für Alu-Ausbauprofile 1,40 bis 1,60 € je Kilo und für Kupfer der Sorte Millberry über 10 € je Kilo. Wie viel davon tatsächlich ausgezahlt wird, hängt von Sorte, Menge und Sauberkeit ab. Metallschrott entsorgen heißt in der Praxis: sortieren, wiegen, abliefern und den Wiegeschein aufbewahren.

Die folgenden Zahlen sind Händlerpreise, keine Börsennotierungen. Sie schwanken täglich und unterscheiden sich je nach Region und Abnehmer. Der Stand ist jeweils genannt.

Was als Schrott gilt – und was nicht

Als Standardschrott zählen Eisen und Stahl, Gusseisen sowie Nichteisenmetalle wie Aluminium, Kupfer, Messing und Edelstahl. Für Händler ist die Sortenreinheit der wichtigste Preisfaktor. Preislisten gehen in der Regel von sortenreiner Anlieferung aus, wie sie etwa die Preisliste von PUR Umwelt (Stand 12.10.2026) ausweist. Mischschrott und Verunreinigungen drücken den Erlös.

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Nicht in den Metallschrott gehören Elektro- und Elektronikaltgeräte, Akkus und Batterien. Sie unterliegen eigenen Rücknahmeregeln (siehe Abschnitt weiter unten). Kleine Metallteile aus dem Haushalt wie Werkzeug oder Kochtöpfe gehören je nach Kommune in die Wertstofftonne oder zum Wertstoffhof. Berlin Recycling empfiehlt die Gelbe Tonne für Kleinteile, größere Stücke sollen zum Recyclinghof oder Schrottplatz. Die Regeln sind kommunal verschieden, ein Blick in das Abfall-ABC des Landkreises oder der Stadt klärt den Einzelfall.

Aktuelle Ankaufspreise Oktober 2026

Wo mehrere Quellen abweichen, steht in der Tabelle eine Spanne.

SorteMengePreisQuelle, Stand
Stahl/Eisen, Mischschrott (Händler)Händlerca. 175 €/tPUR Umwelt, 10/2026
Stahl/Eisen, Privatanlieferungab 100 kgca. 135 €/tPUR Umwelt, 10/2026
FE-Gussnach Preisliste180 €/tPUR Umwelt, 10/2026
Eisen/Stahl, bundesweiter Durchschnitt–200–230 €/tSchrottmonitor, 10/2026
Stahl-Mischschrott (Sorte 3)–120–160 €/tSchrottmonitor, 10/2026
Alu-Ausbauprofilebis 50 kg / ab 50 kg / ab 500 kg1,40 / 1,50 / 1,60 €/kgBöhner Altmetalle, 10/2026
Alu-Felgenbis 50 kg / ab 50 kg / ab 500 kg1,70 / 1,85 / 2,00 €/kgBöhner Altmetalle, 10/2026
Kupfer Millberry–ca. 10,75–11,30 €/kgBöhner; schrottradar.de, 10/2026
Kupferkabel mit Stecker–ca. 1,00 €/kgschrottradar.de, 10/2026
Elektromotoren, klein–0,35–0,90 €/kgPUR Umwelt; schrottradar.de, 10/2026

Die Angaben von Schrottmonitor, schrottradar.de und Schrottpreis.org stammen von Aggregatoren und gelten als weniger belastbar als die Preislisten einzelner Händler. Sie dienen hier der Orientierung, nicht als Auszahlungsgarantie.

Warum Preisangaben so stark streuen

Im Netz kursieren für Kupfer Werte von 6,00 € bis 12,99 € je Kilo. Die Spanne entsteht, weil verschiedene Sorten gemeint sind: Millberry, Mischkupfer oder der Börsenpreis. Eine Einzelzahl ohne Sortenangabe führt in die Irre. Ähnlich bei Alu: Eine Aggregatorseite nennt bis 2,48 €/kg, Händler zahlen für Ausbauprofile 1,40–1,60 €/kg und für alte Alu-Bleche 1,20–1,40 €/kg. Auch bei Stahl lohnt der Blick auf die Einheit, denn 0,21 €/kg entsprechen 210 €/t und damit dem oberen Ende der Händlerspanne, nicht dem Regelfall.

  • Sorte und Reinheit: blank, sortenrein, ohne Anhaftungen.
  • Menge: Händler staffeln, bei Alu-Ausbauprofilen liegt der Unterschied zwischen Kleinmenge und Containermenge bei rund 14 %.
  • Börsen- oder Händlerpreis: Händler zahlen nach Abzug von Aufbereitung, Transport und Marge.
  • Datum: Tagespreise ändern sich, Preislisten tragen ein Stand-Datum.

Rechenbeispiele: 1 kg, 100 kg, 5 kg Kupfer, 2 t Stahl

1 Kilo Stahl: Bei 135–175 €/t entsprechen 1.000 kg einer Tonne, also 0,135–0,175 € für ein Kilo. Für Einzelkilos lohnt keine Anfahrt.

100 kg Eisenschrott: Bei Privatanlieferung ab 100 kg zu rund 135 €/t ergibt sich 0,1 t × 135 €/t = 13,50 €. Bei Händlerpreis von 175 €/t wären es 17,50 €. Mit der aggregierten Spanne von 120–230 €/t liegt der Erlös zwischen 12 € und 23 €.

5 kg Kupfer: Sauberes Millberry zu 10,75–11,30 €/kg bringt 5 kg × 10,75 € = 53,75 € bis 5 kg × 11,30 € = 56,50 €. Dieselben 5 kg Kupferkabel mit Stecker würden nur rund 5 € bringen (5 kg × 1,00 €/kg). Der Unterschied von rund 50 € zeigt, wie stark die Sorte den Erlös bestimmt.

2 t Stahl und 50 kg Alu-Profile (Werkstattbeispiel):

  • Stahl: 2 t × 135–175 €/t = 270–350 €.
  • Alu: 50 kg × 1,40–1,50 €/kg = 70–75 €.
  • Summe nach Händlerpreisliste: 340–425 €.
  • Mit der aggregierten Stahlspanne 120–230 €/t: 240–460 € plus 70–75 € = 310–535 €.

Stahlschrott allein reicht damit nicht, um die Räumung einer Werkstatt zu finanzieren. Wo Maschinen noch laufen, lohnt der Gebrauchtverkauf deutlich mehr: Eine 3-t-Drehmaschine bringt als Schrott bei 135–180 €/t rund 405–540 €. Ein vergleichbar großes Gerät wie eine Alzmetall-Säulenbohrmaschine steht auf Kleinanzeigen mit 2.200 € VB, wobei es sich um Angebots- und nicht um Verkaufspreise handelt. Der Schrottwert ist die Untergrenze.

Wertstoffhof, Schrotthändler oder Container: Entscheidung nach Menge

  • Bis etwa 100 kg: Wertstoffhof oder, bei kommunaler Regelung, Wertstofftonne. Der Erlös ist gering, bei 100 kg liegt er bei 12–23 €.
  • Ab 100 kg: Schrotthändler mit Privatanlieferung. PUR Umwelt nennt diese Schwelle ausdrücklich, der Preis liegt bei ca. 135 €/t.
  • Ab 500 kg: Mengenstaffel nutzen, sofern der Händler eine anbietet; bei Alu-Ausbauprofilen zahlt ein Düsseldorfer Händler 1,60 statt 1,40 €/kg.
  • Mehrere Tonnen: Container oder Abholung durch den Händler, mit Wiegeschein und Abrechnung auf Tonnenbasis.

Vor der Fahrt lohnt der Anruf: Händler nennen Tagespreis, Annahmezeiten und Mindestmengen. Ob für die Abholung Gebühren anfallen, steht nicht in den ausgewerteten Preislisten und muss beim Entsorger erfragt werden.

Gewerblich: Sortieren, Wiegeschein, Nachweise

Betriebe sollten Eisen- und NE-Metalle getrennt sammeln. Sortenreine Chargen erzielen die höheren Preise, und die Trennung verhindert Abzüge bei der Annahme. Bei jeder Abgabe sollte ein Wiegeschein ausgestellt werden, der Datum, Sorte und Gewicht enthält.

Ein Händlerhinweis nennt den Grundsatz, dass der Abfallerzeuger auch bei Beauftragung Dritter in der Verantwortung bleibt und Wiegescheine sowie Entsorgungsnachweise aufbewahrt werden sollten. Diese Aussage stammt von einem Händlerportal (metall-aktiv.de); einen Verweis auf die einschlägige Vorschrift im Kreislaufwirtschaftsgesetz oder in der Nachweisverordnung gibt es dort nicht. Betriebe sollten Pflichten und Aufbewahrungsfristen im Zweifel bei der zuständigen Behörde oder dem Entsorgungsfachbetrieb klären.

Praktisch heißt das: Belege je Abholung ablegen und Mischschrott nicht als Standardschrott deklarieren. Bei Werkstattauflösungen mit Maschinen vor dem Schrottverkauf prüfen, ob sich Einzelstücke als Gebrauchtmaschine verkaufen lassen.

Elektroschrott und Akkus separat

Elektroaltgeräte und Akkus sind kein Metallschrott. Besitzer müssen Altgeräte getrennt vom unsortierten Siedlungsabfall erfassen lassen und Batterien oder Akkus, die nicht vom Gerät umschlossen sind, vor der Abgabe zerstörungsfrei entfernen (§ 10 Abs. 1 ElektroG). Die Erfassung muss so erfolgen, dass Wiederverwendung und Recycling nicht behindert und Brandrisiken minimiert werden (§ 10 Abs. 2 ElektroG). Altbatterien müssen nach dem seit Oktober 2025 überwiegend geltenden Batterierecht-Durchführungsgesetz (BattDG) getrennt erfasst werden. Für Gerätealtbatterien gilt eine unentgeltliche Rücknahme durch den Handel.

Für Privathaushalte gilt bei der Rückgabe im Handel:

  • Vertreiber ab 400 m² Verkaufsfläche für Elektrogeräte (bei Lebensmittelhändlern ab 800 m² Gesamtfläche) müssen Altgeräte zurücknehmen (§ 17 ElektroG).
  • Kleingeräte bis 25 cm Kantenlänge nehmen sie ohne Kaufzwang zurück, begrenzt auf drei Altgeräte je Geräteart.
  • Größere Altgeräte müssen sie nur bei Neukauf eines gleichartigen Geräts zurücknehmen.

Betriebe gehören nicht in diesen Handelsweg. Die Rücknahme von Geräten anderer Nutzer als privater Haushalte erfolgt nach § 19 ElektroG durch die Hersteller. Gewerbliche Elektroaltgeräte und Akkus sollten daher über den Hersteller oder einen dafür zugelassenen Entsorger abgegeben werden, nicht über den Schrotthändler. Einzelne Bauteile wie Elektromotoren und Kabel nimmt der Händler dagegen als Schrottsorte an, mit eigenen Preisen von 0,35–0,90 €/kg für kleine Motoren.

Häufige Fehler

  • Preise ohne Sorte vergleichen: Der Kupferpreis von 6 € und der von 11 € je Kilo meinen verschiedene Qualitäten.
  • Aggregatorwerte als Auszahlpreis erwarten: Sie sind Durchschnittswerte und keine Händlerangebote.
  • Mischschrott anliefern: Gemischte Ladungen werden niedriger bewertet als sortenreine Chargen.
  • Kabel mit Stecker als Blankkupfer anbieten: Der Preisunterschied liegt bei rund 1 € zu über 10 € je Kilo.
  • Wiegeschein nicht mitnehmen: Im Betrieb fehlt dann der Nachweis über die Abgabe.

Fazit

Bei PUR Umwelt gilt ab 100 kg der Privatanlieferpreis, der Erlös bleibt bei Eisen mit 12–23 € für 100 kg aber gering; deutlich mehr bringen sauberes Kupfer und Alu, bei kleinen Mengen genügt der Wertstoffhof. Vor der Anlieferung sollte beim Händler der Tagespreis je Sorte abgefragt und die Ladung nach Eisen, NE-Metall und Elektroteilen getrennt werden. Betriebe sichern sich mit Wiegeschein und Entsorgungsbeleg ab und prüfen bei funktionsfähigen Maschinen vorab den Gebrauchtverkauf. Elektroaltgeräte und Akkus laufen über Hersteller oder zugelassene Entsorger, nicht über den Metallhändler.

Quellen

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