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Autokran mieten: Was kostet er pro Tag und pro Stunde?

Autokrane werden mit Kranführer vermietet. Richtwerte, Preisbestandteile, Beauftragung und Prüfpflichten im Überblick.

Von Redaktion 7 Min. Lesezeit

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Zwei gelbe Turmdrehkrane mit langen Auslegern vor klarem blauem Himmel.
Foto: analogicus / Pixabay, Pixabay-Inhaltslizenz

Ein Autokran zu mieten kostet nach Richtwerten eines Vergleichsportals für den Raum Köln etwa 700 bis 3.000 € netto pro Tag, in der Regel inklusive Kranführer. Der konkrete Preis hängt von Tonnageklasse, Ausladung, Einsatzdauer und Zuschlägen ab; eine verbindliche Preisliste gibt es nicht.

Bei einem 8-Stunden-Tag ergibt das rechnerisch rund 88 bis 375 € pro Stunde. Die Preisspanne ist ein Richtwert und keine Preisliste.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine Einsatzplanung und keine Rechtsberatung im Einzelfall. Hebeeinsätze mit Fahrzeugkranen gehören in die Hände des Vermieters und einer fachkundigen Einsatzleitung; maßgeblich sind die Angaben im Lastdiagramm des konkreten Krans und die Vorgaben der Berufsgenossenschaft.

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Autokran, Mobilkran, Baukran: Begriffe und Unterschiede

Im Alltag werden die Begriffe vermischt. Ein Autokran ist ein Fahrzeugkran auf einem Straßenfahrgestell, der selbst zur Baustelle fährt und dort abgestützt arbeitet. „Mobilkran“ meint im Sprachgebrauch häufig dasselbe. Die Vermietung nutzt beide Bezeichnungen nebeneinander: Auf den Ortsseiten von BKL Baukran Logistik etwa werden dieselben 140 Fahrzeugkrane teils als „Autokrane“, teils als „Mobilkrane“ geführt. Die Gesamtzahlen des Anbieters schwanken dort ebenfalls (670 aus 500 Turmdrehkranen, 140 Mobilkranen und 30 Faltkranen, daneben „über 700 Krane“ und „mehr als 1.000 Maschineneinheiten“). Beim Vergleich von Anbietern lohnt es sich daher, die genaue Geräteart und Tonnage zu erfragen, statt auf die Bezeichnung zu vertrauen.

Ein Baukran im engeren Sinn ist meist ein Turmdrehkran. Er wird aufgebaut, bleibt über Wochen oder Monate stehen und unterliegt anderen Prüfregeln. Dieser Artikel betrifft ausschließlich den Fahrzeugkran, der für einzelne Hubeinsätze angefordert wird.

Was ein Autokran mit Bediener kostet: Richtwerte und Preisbestandteile

Als Orientierung dient die Spanne von 700 bis 3.000 € netto pro Tag, die kranvergleich.de für Mobilkrane in Köln nennt, in der Regel inklusive Kranführer. Die Angabe ist ein Richtwert ohne Tonnage-Zuordnung und keine Preisliste. Sie eignet sich zur groben Budgetierung, nicht als Angebotsersatz.

RechnungUntergrenzeObergrenze
Tagespreis netto (Richtwert Köln)700 €3.000 €
Stundensatz bei 8 h87,50 €375 €

Rechenweg: 700 € ÷ 8 h = 87,50 € pro Stunde; 3.000 € ÷ 8 h = 375 € pro Stunde. Die Werte gelten netto, inklusive Kranführer, und ohne die Zuschläge unten. Die Frage, was ein 50-Tonnen-Kran pro Stunde kostet, lässt sich deshalb nicht mit einer einzigen Zahl beantworten: Preise je Tonnageklasse liegen nicht vor, nur diese Gesamtspanne. Wer einen Stundensatz braucht, sollte ihn schriftlich anfragen und die Mindestmietdauer gleich mit klären.

Den Endpreis über die Grundmiete hinaus bestimmen typischerweise diese Bestandteile.

  • Grundmiete je Tag oder Stunde, abhängig von Tonnageklasse und Gerät
  • An- und Abfahrt des Krans
  • Gegengewicht, falls für die Last und Ausladung zusätzlich nötig
  • Abstützplatten und Unterlegmaterial
  • Mindestmietdauer und Standzeit
  • Zusatzpersonal wie Anschläger oder Einweiser, sofern nicht im Preis enthalten

Die Aufzählung beschreibt Preisbestandteile, wie sie in Angeboten üblich sind. Welche davon im Einzelfall enthalten sind, hängt vom Vermieter ab und muss im Angebot ausgewiesen sein.

Tonnageklasse richtig wählen: Last, Ausladung, Hakenhöhe

Autokrane werden in Tonnageklassen vermietet. BKL nennt für sein Programm einen Bereich vom 30- bis zum 700-Tonner, Hakenhöhen bis 152 m und ein Gerätealter von etwa drei Jahren. Wie viel ein Kran bei einem konkreten Einsatz tatsächlich heben kann, zeigt sein Lastdiagramm, nicht allein die Zahl im Namen.

Entscheidend für die Auswahl sind drei Größen: das Gewicht der Last samt Anschlagmitteln, die Ausladung (horizontale Entfernung von der Kranmitte zur Last) und die erforderliche Hakenhöhe. Mit wachsender Ausladung fällt die zulässige Last stark ab. Das Zahlenbeispiel in der Tabelle bezieht sich auf einen Turmdrehkran. Es ist ein reines Rechenbeispiel zur Veranschaulichung des Prinzips, keine Autokran-Daten.

Ausladungzulässige LastLastmoment
10 m8,0 t80 tm
20 m4,5 t90 tm
30 m2,8 t84 tm
40 m1,6 t64 tm
50 m0,9 t45 tm

Rechenbeispiel: 0,9 t ÷ 8,0 t = 0,1125, die zulässige Last beträgt bei 50 m Ausladung nur noch rund 11 % des Werts bei 10 m. Das Lastmoment (Ausladung × Last) bleibt nicht konstant, sondern schwankt zwischen 45 und 90 tm. Wer die Tonnage nur nach dem Gewicht der Last wählt und die Ausladung ignoriert, bestellt leicht ein zu kleines Gerät. Das tatsächliche Lastdiagramm des angebotenen Krans gehört deshalb zur Angebotsprüfung.

Wer darf den Kran bedienen? § 29 DGUV V 52 und Beauftragung

Nach § 29 Abs. 1 DGUV Vorschrift 52 „Krane“ dürfen Kranführer nur Versicherte sein, die mindestens 18 Jahre alt, geeignet und im Führen des Krans unterwiesen sind, ihre Befähigung nachgewiesen haben und zuverlässig sind. Die Unterweisung nach § 29 ist laut BGHM eine Ausbildung und nicht mit der jährlichen Unterweisung nach DGUV Vorschrift 1 gleichzusetzen.

Bei ortsveränderlichen kraftbetriebenen Kranen, zu denen der Autokran zählt, muss der Kranführer vom Unternehmer schriftlich beauftragt werden. Für handbetriebene Krane gilt § 29 Abs. 1 nicht. Die BG BAU stellt für die Beauftragung von Kranführern ortsveränderlicher Krane das Formular F 701 (Stand 07/2021) bereit; eine Kopie soll auf der Baustelle bereitgehalten werden.

In der Praxis ist die Frage einfach beantwortet: Autokrane werden mit Bediener des Vermieters vermietet. Bei BKL führen die Autokranfahrer des Vermieters die Hebearbeiten durch. Mieter ohne eigenen beauftragten Kranführer müssen den Kran also nicht selbst bedienen. Offen bleiben dagegen die Aufgaben rund um den Hub, etwa das Anschlagen der Last und das Einweisen. Wer das auf der Baustelle übernimmt, sollte vertraglich festgelegt sein, denn die gängigen Anbieterseiten erklären das nicht.

Prüfpflichten bei Fahrzeugkranen (BetrSichV Anhang 3)

Fahrzeugkrane unterliegen nach Anhang 3 Tabelle 1 der Betriebssicherheitsverordnung einer wiederkehrenden Prüfung: mindestens jährlich durch eine zur Prüfung befähigte Person und mindestens alle vier Betriebsjahre durch einen Prüfsachverständigen. Ein aktueller Prüfnachweis gehört zu den Dingen, die sich vor dem Einsatz beim Vermieter bestätigen lassen.

Eine Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme am Einsatzort entfällt für Fahrzeugkrane. Anders lautende Aussagen, etwa der Satz, ein Kran müsse vor der ersten Inbetriebnahme auf einer neuen Baustelle nach BetrSichV geprüft werden, treffen für Autokrane daher nicht pauschal zu. Für Turmdrehkrane gelten andere Fristen: Nach der ersten Prüfung durch eine befähigte Person folgt mindestens eine jährliche Prüfung durch eine befähigte Person, zusätzlich mindestens alle vier Betriebsjahre sowie im 14. Betriebsjahr und danach jährlich durch einen Prüfsachverständigen. Wer Informationen zu Baukranen liest, sollte die Geräteart deshalb immer mitprüfen.

Standplatz, Genehmigung, Bodentragfähigkeit

Ein Autokran steht auf Stützen, die die Last in den Untergrund leiten. Die Tragfähigkeit des Bodens und die Größe der Abstützflächen bestimmen, ob das Gerät sicher arbeiten kann. Die Prinzipskizze zeigt das Verhältnis: Je größer die Auflagefläche der Abstützplatte, desto geringer die Pressung im Boden bei gleicher Stützkraft.

kleine Platte: hohe Pressung große Platte: geringere Pressung
Grafik: Redaktion

Konkrete Normwerte für die Bodenpressung nennt dieser Beitrag nicht, die Skizze zeigt nur das Prinzip. Welche Flächen im Einzelfall nötig sind, ergibt sich aus der Stützkraft des gewählten Krans und der Tragfähigkeit des Untergrunds am Standort. Diese Daten liefern Hersteller und Vermieter, die Beurteilung des Bodens liegt beim Auftraggeber. Ob für den Standplatz eine Genehmigung nötig ist, hängt vom Ort ab und sollte vor der Buchung mit dem Vermieter und der zuständigen Stelle geklärt werden.

Angebote vergleichen: Checkliste

Preise lassen sich nur vergleichen, wenn der Leistungsumfang übereinstimmt. Im Angebot sollten diese Punkte schriftlich stehen:

  • Kranführer inklusive oder gesondert berechnet
  • Anschläger und Einweiser: wer stellt sie, zu welchem Preis
  • Tonnageklasse, Lastdiagramm und Hakenhöhe für den geplanten Einsatz
  • An- und Abfahrt, getrennt ausgewiesen
  • Gegengewicht, Abstützplatten und Unterlegmaterial
  • Mindestmietdauer, Standzeit und Abrechnung bei Verzögerungen
  • Haftung und Versicherung
  • Prüfnachweis des Krans

Häufige Fehler

  • Preise ohne Tonnage vergleichen: Eine Spanne wie „Mobilkran-Kosten“ ohne Tonnageangabe ist nicht belastbar.
  • Nur das Gewicht der Last betrachten und die Ausladung ignorieren.
  • Zuschläge für An-/Abfahrt, Gegengewicht und Abstützmaterial vergessen und nur die Grundmiete budgetieren.
  • Den Untergrund nicht prüfen, obwohl die Abstützfläche dort die Last tragen muss.
  • Unklare Zuständigkeit für Anschlagen und Einweisen auf der Baustelle.

Häufige Fragen

Wie viel kostet es, einen Autokran pro Tag zu mieten?

Der Richtwert für Mobilkrane in Köln liegt bei etwa 700 bis 3.000 € netto pro Tag, in der Regel inklusive Kranführer. Zuschläge kommen häufig hinzu.

Was kostet ein 50-Tonnen-Kran pro Stunde?

Eine belegte Zahl je Tonnageklasse liegt nicht vor. Aus der Tagesspanne folgen bei einem 8-Stunden-Tag rechnerisch 88 bis 375 € pro Stunde; der Satz für einen 50-Tonner ist beim Vermieter anzufragen.

Wer darf einen Baukran bedienen?

Nach § 29 DGUV Vorschrift 52 nur Versicherte ab 18 Jahren, die geeignet, unterwiesen, befähigt und zuverlässig sind. Bei ortsveränderlichen kraftbetriebenen Kranen ist eine schriftliche Beauftragung durch den Unternehmer nötig.

Wie groß ist ein Autokran?

Das hängt von der Klasse ab. BKL nennt für sein Angebot Geräte vom 30- bis 700-Tonner mit Hakenhöhen bis 152 m. Maße für einzelne Modelle stehen im Datenblatt des Herstellers; Fahrzeugabmessungen sind beim Vermieter für das konkrete Gerät zu erfragen.

Fazit

Für die Budgetplanung genügt zunächst die Spanne von 700 bis 3.000 € netto pro Tag; belastbar wird erst ein Angebot, das Tonnage, Ausladung und Zuschläge einzeln ausweist. Betriebe sollten vor dem Einsatz Lastgewicht, Ausladung und Hakenhöhe festlegen und das Lastdiagramm des angebotenen Krans verlangen. Außerdem sind der aktuelle Prüfnachweis, die Zuständigkeit für Anschläger und Einweiser sowie die Tragfähigkeit des Standplatzes zu klären. Mindestens zwei Angebote mit identischem Leistungsumfang einholen und die Checkliste oben abgleichen.

Quellen

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